Ina Petersen - Entrepreneur Service

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Entrepreneur Service / Patente und Technologietransfer .

.Update 26.07.2009


Patente
und Technologietransfer
Wer traeumt nicht davon, mit einem Patent und den Einnahmen aus Lizenzgegebuehren das Geschaeft seines Lebens zu machen?
Otto-Normalverbraucher wahrscheinlich nicht, der spielt eher Lotto.
Aber Tueftler, Erfinder, Unternehmer, Lizenzvermarkter sind sehr anfaellig dafuer.

Eine Gewinn bringende Erfindung wird von drei Faktoren beeinflusst:

  1. Vom Umfang des Patentschutzes
  2. Von der Lizenzvermarktung
  3. Von der Aufnahmebereitschaft des Marktes

Bevor jedoch nennenswerte Einnahmen erzielt werden koennen, braucht man Kapital zur Vorfinanzierung und einen langen Atem, und das ueber einen Zeitraum von etwa 8 Jahren.
Die folgende Grafik veranschaulicht eine Analyse zur

Rentabilitaet von Technologietransfer-Agenturen

Rentabilitaet von Technologietransfer

Kalkulationen:
Bei 3% "Warenwert" muesste eine Patentverwertungsagentur  mindestens 500 000 Euro einnehmen, um sich finanzieren zu koennen.

Speziell bei der Verwertung von Hochschulpatenten gehen von den Lizenzeinnahmen jeweils ein Drittel an die Hochschule, an den Erfinder und an die Verwertungsagentur.

Wie bereits erwaehnt, liegt die maximale Lizenzeinnahme bei hoechstens 3 % des Warenwertes, bemessen am Warenumsatz.

Schaltet der Patentinhaber einen Lizenzvermarkter ein, muss er ihn an den Lizenzeinnahmen beteiligen.
Fuer die reine Vermarktung ist eine Beteiligung von 10 % durchaus marktkonform, denn es muss auch fuer den Vermarkter ein Leistungsanreiz geboten werden.

Vor der Vermarktung kommt die Marktanalyse
Viele Erfinder leben oft in ihrer eigenen Welt, abgeschottet von der Realitaet.
Auch wenn sie selbst der Meinung sind, den Markt und Bedarf an ihrer Erfindung zu kennen, ist immer zu empfehlen, einen externen Berater mit einer Marktanalyse zu beauftragen.
Marktanalyse ist aber nicht gleich Marktanalyse, und mit frei verfuegbarer Statistik alleine ist es nicht getan. Aufnahmefaehigkeit und Aufnahmebereitschaft des Marktes sowie ein entsprechendes Zeitraster muessen ermittelt werden.
Benoetigt wird eine ausgewogene Mischung aus Markt- und Trendforschung.

Was kostet eine Marktanalyse?
Je nach Materialanforderung, professionellem Recherche- und Analyseaufwand und definierter Tiefe!
Beispiel:
Eine umfangreiche Marktanalyse nimmt mindestens 50 Arbeitstage in Anspruch.
Mit einem Tagessatz von 800 Euro ergeben sich 40 000 Euro (ohne Beruecksichtigung der USt). Weitere Auslagen, wie Gebuehren fur spezielle Daten, Datenbanken, Kauf von Studien, Telefonate usw. kommen zusaetzlich hinzu.

Nach der Marktanalyse kommt die Vermarktungsstrategie
Liegen die fuer eine Vermarktung relevanten Daten vor, muss das Konzept zur Vermarktungsstrategie erarbeitet werden.
Der Mindestaufwand fuer so einen Vermarktungsfahrplan umfasst 5 Beratertage  a 800 Euro plus USt, was eine Mindestsumme von 4 000 Euro plus USt  ergibt.

Von der Idee bis zum Rechtsschutz

Hilfestellungen fuer Erfinder
Nicht jeder Erfinder hat sofort das Geld fuer eine professionelle, externe Marktanalyse und das anschliessende Vermarktungskonzept.
Sehr hilfreich sind am Anfang der Ueberlegungen die fast in jeder Region inzwischen etablierten Erfinderklubs. Hier treffen sich Gleichgesinnte zum Fachsimpeln und zur gegenseitigen Unterstuetzung.
Weitere Informationen darueber und sonstige Unterstuetzungsmoeglichkeiten sind hier www.signo-deutschland.de  zu finden.
Auch einzelne Bundeslaender bieten im Rahmen ihrer Wirtschaftsfoerderung gezielt Erfinderunterstuetzung an. Einfach bei einer IHK nachfragen!

Einen Prototypen zu bauen, ist zwar nicht zwingende Voraussetzung fuer die spaetere Lizenzvermarktung, liegt aber meistens im eigenen Interesse des Erfinders. Hierbei koennen Fachhochschulen die idealen Kooperationspartner sein. Sie haben meistens die erforderlichen Ausruestungen und das fachliche Know How fuer die Zuarbeit. Die Kosten sind Verhandlungssache, das Material stellt der Erfinder.
Auch eine Beteiligung an den Lizenzeinnahmen waere eine Verguetungsmoeglichkeit der externen Entwicklungsarbeiten.

Patente als Grundlage fuer eigene Unternehmensgruendungen
Als Gruendungskonzept  sind mehrere Varianten denkbar.

  • Variante 1: Eigene Entwicklung und Produktion.
    Hohe Investitionskosten, die der Erfinder selbst aufbringen muss durch Eigenkapital oder Kredite.
  • Variante 2: Lizenzvermarktung mit Entwicklungsdienstleistung
    fuer potenzielle Lizenznehmer zur Anpassung an die Produktion. Erspart eigene Produktion und hohe Investitionskosten.
  • Variante 3: Verkauf des Patents,
    z. B. an einen Patentfonds der Deutschen Bank, verwaltet von www.ipb-ag.com .
    Das spielt mindestens die Entwicklungskosten wieder ein und kann einen weiteren Entwicklungsauftrag bis zum Prototypen beinhalten. Gruender wird Lizenznehmer.
  • Variante 4: Inkubator,
    z. Z. fuer Biotech in den USA -
    Pfizers Brutkasten für Biotech Startups  -
    http://www.biotechtransferweek.com/issues/1_10/features/139869-1.html
    http://www.thepfizerincubator.com/index.html
  • Variante 5: EXIST - Wissenschaftsausgruendung aus Hochschulen/Forschungsinstituten mit staatlicher Unterstuetzung. Gruendungsfinanzierung ueber High Tech Gruenderfonds.

Alle Varianten erfordern einen umfangreichen Businessplan mit allen erdenklichen Risikoszenarien.

Wirtschaftliche Verwertungvon Hochschulerfindungen

Leitfaeden fuer Kooperationsvertraege

Einige Technologietransfer-Portale und Patentverwertungseinrichtungen

Europaeische Forschungsnetzwerke

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