Patente und Technologietransfer
Wer traeumt nicht davon, mit einem Patent und den
Einnahmen aus Lizenzgegebuehren das Geschaeft seines Lebens zu machen?
Otto-Normalverbraucher wahrscheinlich nicht, der spielt eher Lotto.
Aber Tueftler, Erfinder, Unternehmer, Lizenzvermarkter sind sehr anfaellig dafuer.Eine
Gewinn bringende Erfindung wird von drei Faktoren beeinflusst:
- Vom Umfang des Patentschutzes
- Von der Lizenzvermarktung
- Von der Aufnahmebereitschaft des Marktes
Bevor jedoch nennenswerte Einnahmen erzielt
werden koennen, braucht man Kapital zur Vorfinanzierung und einen langen Atem, und das
ueber einen Zeitraum von etwa 8 Jahren.
Die folgende Grafik veranschaulicht eine Analyse zur
Rentabilitaet
von Technologietransfer-Agenturen

Kalkulationen:
Bei 3% "Warenwert" muesste eine Patentverwertungsagentur
mindestens 500 000 Euro einnehmen, um sich finanzieren zu koennen.
Speziell
bei der Verwertung von Hochschulpatenten gehen von den Lizenzeinnahmen jeweils ein Drittel
an die Hochschule, an den Erfinder und an die Verwertungsagentur.
Wie
bereits erwaehnt, liegt die maximale Lizenzeinnahme bei hoechstens 3 % des Warenwertes,
bemessen am Warenumsatz.
Schaltet
der Patentinhaber einen Lizenzvermarkter ein, muss er ihn an den Lizenzeinnahmen
beteiligen.
Fuer die reine Vermarktung ist eine Beteiligung von 10 % durchaus marktkonform, denn es
muss auch fuer den Vermarkter ein Leistungsanreiz geboten werden.
Vor der Vermarktung kommt die
Marktanalyse
Viele Erfinder leben oft in ihrer eigenen Welt, abgeschottet von der Realitaet.
Auch wenn sie selbst der Meinung sind, den Markt und Bedarf an ihrer Erfindung zu kennen,
ist immer zu empfehlen, einen externen Berater mit einer Marktanalyse zu beauftragen.
Marktanalyse ist aber nicht gleich Marktanalyse, und mit frei verfuegbarer Statistik
alleine ist es nicht getan. Aufnahmefaehigkeit und Aufnahmebereitschaft des Marktes sowie
ein entsprechendes Zeitraster muessen ermittelt werden.
Benoetigt wird eine ausgewogene Mischung aus Markt- und Trendforschung.
Was kostet eine Marktanalyse?
Je nach Materialanforderung, professionellem Recherche- und Analyseaufwand und
definierter Tiefe!
Beispiel:
Eine umfangreiche Marktanalyse nimmt mindestens 50 Arbeitstage in Anspruch.
Mit einem Tagessatz von 800 Euro ergeben sich 40 000 Euro (ohne Beruecksichtigung der
USt). Weitere Auslagen, wie Gebuehren fur spezielle Daten, Datenbanken, Kauf von Studien,
Telefonate usw. kommen zusaetzlich hinzu.
Nach der Marktanalyse kommt die
Vermarktungsstrategie
Liegen die fuer eine Vermarktung relevanten Daten vor, muss das Konzept zur
Vermarktungsstrategie erarbeitet werden.
Der Mindestaufwand fuer so einen Vermarktungsfahrplan umfasst 5 Beratertage a 800
Euro plus USt, was eine Mindestsumme von 4 000 Euro plus USt ergibt.
Von der
Idee bis zum Rechtsschutz
Hilfestellungen fuer Erfinder
Nicht jeder Erfinder hat sofort das Geld fuer eine professionelle, externe
Marktanalyse und das anschliessende Vermarktungskonzept.
Sehr hilfreich sind am Anfang der Ueberlegungen die fast in jeder Region inzwischen
etablierten Erfinderklubs. Hier treffen sich Gleichgesinnte zum Fachsimpeln und zur
gegenseitigen Unterstuetzung.
Weitere Informationen darueber und sonstige Unterstuetzungsmoeglichkeiten sind hier www.signo-deutschland.de zu finden.
Auch einzelne Bundeslaender bieten im Rahmen ihrer Wirtschaftsfoerderung gezielt
Erfinderunterstuetzung an. Einfach bei einer IHK nachfragen!
Einen Prototypen zu bauen, ist zwar nicht zwingende Voraussetzung fuer die spaetere
Lizenzvermarktung, liegt aber meistens im eigenen Interesse des Erfinders. Hierbei koennen
Fachhochschulen die idealen Kooperationspartner sein. Sie haben meistens die
erforderlichen Ausruestungen und das fachliche Know How fuer die Zuarbeit. Die Kosten sind
Verhandlungssache, das Material stellt der Erfinder.
Auch eine Beteiligung an den Lizenzeinnahmen waere eine Verguetungsmoeglichkeit der
externen Entwicklungsarbeiten.
Patente als Grundlage fuer eigene
Unternehmensgruendungen
Als Gruendungskonzept sind mehrere Varianten denkbar.
- Variante 1: Eigene
Entwicklung und Produktion.
Hohe Investitionskosten, die der Erfinder selbst aufbringen muss durch Eigenkapital oder
Kredite.
- Variante 2: Lizenzvermarktung
mit Entwicklungsdienstleistung
fuer potenzielle Lizenznehmer zur Anpassung an die Produktion. Erspart eigene Produktion
und hohe Investitionskosten.
- Variante 3: Verkauf des
Patents,
z. B. an einen Patentfonds der Deutschen Bank, verwaltet von www.ipb-ag.com .
Das spielt mindestens die Entwicklungskosten wieder ein und kann einen weiteren
Entwicklungsauftrag bis zum Prototypen beinhalten. Gruender wird Lizenznehmer.
- Variante 4: Inkubator,
z. Z. fuer Biotech in den USA - Pfizers Brutkasten
für Biotech Startups -
http://www.biotechtransferweek.com/issues/1_10/features/139869-1.html
http://www.thepfizerincubator.com/index.html
- Variante
5: EXIST - Wissenschaftsausgruendung aus
Hochschulen/Forschungsinstituten mit staatlicher Unterstuetzung. Gruendungsfinanzierung
ueber High Tech Gruenderfonds.
Alle Varianten erfordern einen umfangreichen Businessplan
mit allen erdenklichen Risikoszenarien.
Wirtschaftliche Verwertungvon
Hochschulerfindungen
Leitfaeden fuer Kooperationsvertraege
Einige Technologietransfer-Portale
und Patentverwertungseinrichtungen
Europaeische
Forschungsnetzwerke
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